Konrad Adenauer war Bundeskanzler von 1949 bis 1963.
Am 23. Mai 1949 verkündete Konrad Adenauer als Präsident des Parlamentarischen Rates das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und betonte dabei den Willen der Deutschen, ihre staatliche und nationale Einheit zu wahren und dem Frieden zu dienen. Am 14. August wählte die Bevölkerung der drei westlichen Besatzungszonen das im Grundgesetz vorgesehene oberste Verfassungsorgan, den ersten Deutschen Bundestag, der wiederum am 15. September 1949 Konrad Adenauer zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wählte. Dreimal – 1953, 1957 und 1961 – wurde Adenauer im Amt bestätigt; am 15. Oktober 1963 trat er vor allem auf Druck des Koalitionspartners FDP zurück.
Ludwig Erhard, der „Vater des Wirtschaftswunders”,
schuf als Bundeswirtschaftsminister (1949-1963) u. a. mit seinem Konzept der sozialen Marktwirtschaft die Grundlagen für den wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland. Als Bundeskanzler (1963-1966) agierte er weniger glücklich; nach dem Austritt der FDP-Minister aus seinem Kabinett und nach zunehmender Kritik aus den eigenen Reihen trat er zurück.
Kurt Georg Kiesinger führte als Bundeskanzler
(1966-1969) die bisher einzige große Koalition in der bundesdeutschen Geschichte an. Kurz nach seinem Amtsantritt als Bundeskanzler formulierte Kurt Georg Kiesinger am 13. Dezember 1966 in einer Regierungserklärung die Aufgaben der großen Koalition und gab seiner Zuversicht Ausdruck, dass die Koalition aus SPD und CDU/CSU die ihr gestellten Aufgaben insbesondere in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen bewältigen werde. Zusammen mit seinem Außenminister Willy Brandt leitete er die neue Ostpolitik ein.
Heinrich Lübke
Als Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland (1959-1969) unterstützte Heinrich Lübke das Zustandekommen der großen Koalition; außenpolitisch förderte er durch zahlreiche Staatsbesuche in der Dritten Welt den Ausbau der Entwicklungshilfe. In einer Rede am 8. August 1960 benannte Bundespräsident Heinrich Lübke die Vertreibung als Unrecht, das einer wahren Völkerverständigung und einem dauerhaften Frieden entgegenwirke.
Karl Carstens wurde 1979
zum Nachfolger von Walter Scheel im Amt des Bundespräsidenten gewählt; 1984 verzichtete er aus Altersgründen auf eine erneute Kandidatur für dieses Amt. In seine Amtszeit fiel 1982 der Bruch der sozial-liberalen Koalition unter Helmut Schmidt, das Misstrauensvotum gegen Schmidt, aus dem Helmut Kohl als neuer Bundeskanzler hervorging sowie die daran anschließende Auflösung des Bundestages. Am 7. Januar 1983 verkündet Carstens die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die die von Carstens bereits angeordnete Auflösung des Bundestages als verfassungskonform bestätigte.
Richard von Weizsäcker wurde 1984
mit bislang beispielloser Mehrheit zum Bundespräsidenten gewählt und 1989 für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Über alle Parteigrenzen hinweg erwarb er sich sowohl im Inland, als auch im Ausland hohe Anerkennung durch seine Dialogbereitschaft, seine persönliche Integrität und nicht zuletzt durch seine ebenso besonnenen wie offenen und kritischen Reden, wie etwa der, die er am 24. Mai 1989 anlässlich des 40. Jahrestages des Inkraftretens des Grundgesetzes hielt.
Roman Herzog wurde 1994
zum Nachfolger von Richard von Weizsäcker im Amt des Bundespräsidenten gewählt. Während seiner Amtszeit profilierte sich Herzog u. a. durch mehrere Grundsatzreden zu gesellschafts-, wirtschafts- und bildungspolitischen Fragen. In seiner so genannten „Berliner Rede”, gehalten am 26. April 1997 im wiedereröffneten Hotel Adlon in Berlin, ging er z. B. auch auf die Pflichten des Staatsbürgers ein: Er beklagte den gefährlichen Verlust an Gemeinsinn, der eine Folge des „rituell gewordenen Rufes nach dem Staat” und der „Vorteilssuche des Einzelnen zu Lasten der Gemeinschaft” sei.
Dr. Helmut Kohl
Nach der Öffnung der innerdeutschen Grenzen im November 1989 reiste Bundeskanzler Helmut Kohl am 19. Dezember 1989 zu einem ersten Treffen mit dem Vorsitzenden des Ministerrates der DDR, Hans Modrow, nach Dresden. Begeistert empfangen, drückte Helmut Kohl der Bevölkerung der DDR seine Anerkennung für den friedlichen Umsturz aus und sagte ihr die Unterstützung und die Solidarität der Bundesbürger auf dem gemeinsamen Weg in die Zukunft zu. In der Folge wirkte Kohl im Einvernehmen mit den vier Siegermächten aus dem 2. Weltkrieg auf eine rasche Vereinigung der beiden deutschen Staaten hin, die schließlich mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 vollendet wurde. Helmut Kohl wurde bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl im Dezember 1990 zum ersten Bundeskanzler des vereinten Deutschland gewählt.
Wolfgang Schäuble galt lange Zeit
als „Kronprinz” und Wunschnachfolger von Helmut Kohl im Amt des Bundeskanzlers und CDU-Parteivorsitzenden, aber bis zu den Bundestagswahlen 1998 wies Kohl alle Forderungen nach einem Verzicht auf eine weitere Kandidatur für das Amt des Bundeskanzlers zugunsten von Schäuble energisch zurück. Erst nach der verlorenen Wahl trat Kohl als Parteivorsitzender zurück und machte damit für Schäuble den Weg an die Parteispitze frei. Anfang 2000 trat er im Rahmen der CDU-Parteispendenaffäre als Partei und als Fraktionsvorsitzender zurück. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte er seit 1991 geführt. Als Innenminister (1989-1991) hatte Schäuble 1990 wesentlichen Einfluss auf den deutsch-deutschen Einigungsvertrag; er war damals Verhandlungsführer für die bundesdeutsche Seite. Herr Schäuble begleitet derzeit das Amt des Bundesministers.
Angela Merkel
Erst seit 1989 in der Politik aktiv, durchlief Angela Merkel eine beispiellose Karriere: Im Herbst 1989 begründete sie in der DDR den „Demokratischen Aufbruch” mit, ab 1990 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages, von 1991 bis 1998 gehörte sie der Regierung Kohl an, zunächst als Bundesministerin für Frauen und Jugend (1991-1994), dann als Umweltministerin (1994-1998). Nach der Niederlage der CDU bei den Bundestagswahlen 1998 löste sie Peter Hintze im Amt des Generalsekretärs der CDU ab, und 2000 wurde sie, nach dem Rücktritt Wolfgang Schäubles, mit großer Mehrheit zur Vorsitzenden der CDU gewählt. Seit 2005 ist Frau Merkel die erste Bundeskanzlerin der Bundesrepublick Deutschland.
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